Liebe unterm Weihnachtsbaum

Das schönste Weihnachtsgeschenk: die große Liebe finden.

7. Dezember 2016

Welcher Single möchte nicht unterm Weihnachtsbaum das größte Geschenk, nämlich die wahre Liebe finden? Man sagt auch: wenn man sich unter dem Mistelzweig küsst wird die Liebe ewig halten. 

Jedem von uns ist es bereits mindestens einmal passiert, dass er sagte ‘Ich werde Dich für immer lieben’. Aber wie entsteht dieses starke, unbändige Bedürfnis nach Liebe? Warum wollen wir uns der ewigen Liebe einer Person absolut sicher sein?  Warum wollen wir mit jemanden für immer zusammen sein?

Der Auslöser für dieses verzweifelte Bedürfnis nach dauerhafter Liebe liegt in unserem Gehirn. Bereits 1998 erforschte Sue Carter die Reaktion des Verhaltens als auch neuroendokrine Antworten auf soziale Bindung und Liebe und entdeckte, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA hypothalamic–pituitary–adrenal axis) und dem daraus folgenden sozialen Verhalten und Bindung bzw. Beziehung besteht.
Die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse bleibt gering wenn man eine Beziehung positiv und zufriedenstellend lebt. Doch in negativen, belastenden Beziehungen, also bei romantic stress, steigt die Aktivität der HPA und verursacht im Endeffekt die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.

Eine andere Studie (Zeki, 2007) hat gezeigt, wie die in die Liebe involvierten Regionen des Gehirns mit dem Belohnungssystem verbunden sind und auch die Rezeptoren für Oxytocin und Vasopressin betreffen (wie wir bereits in anderen News ausführlich dargestellt haben). Diese beiden Rezeptoren sind in der Lage Gehirnregionen auszuschalten, welche für ‚soziale Bewertungen’ oder für die Einschätzung von Gefühlen und Absichten anderer Menschen zuständig sind. Es stimmt also wirklich: Liebe macht blind! 
Im Zustand der Verliebtheit sind wir nicht imstande, den geliebten Menschen ‚objektiv‘ zu beurteilen. Seine vielleicht negativen Absichten oder die schlechten Angewohnheiten kann unser Gehirn gar nicht wahrnehmen weil es teilweise stillgelegt wurde. 
Würden wir jeden Menschen so sehen, wie er ist, dann würden wir uns viel seltener oder vielleicht gar nicht verlieben. Das wäre aber nicht im Sinne der Fortpflanzung. 

Die gefeierte Anthropologin Helen Fisher versuchte, die neuronalen Mechanismen von Attraktion und Liebe zu erforschen und hat dafür 17 sehr stark verliebte Menschen mittels Magnetresonaz untersucht, indem sie ihnen das Bild ihres geliebten Partners zeigte. Dadurch wurde gezeigt, dass starke Liebe andere Gehirnregionen aktiviert als das Bedürfnis nach Sex.  „Offensichtlich ist die romantische Liebe eine Art von Instinkt, eine tief in uns angelegte Sehnsucht und Motivation, die in gewisser Weise von der Sexualität unabhängig besteht,“ stellt die Wissenschaftlerin fest. 
Dies lässt also vermuten, dass das Stratium, mit seiner Fähigkeit, verschiedene Informationen des Cortex zu kombinieren fundamental wichtig für die romantische Liebe und die Partnerwahl ist. 

Die Liebe ist also wie eine wohltuende ‚Belohnung für unser Gehirn’: Sie schenkt ein Gefühl von Zufriedenheit, Wertschätzung, Glück. Doch wenn die Person, die diese Gefühle auslöst, plötzlich fehlt, fühlen wir uns verloren, traurig, mutlos weil wir es aus uns selbst nur sehr schwer schaffen, dieses Belohnungssystem in unsrem Gehirn wieder zu aktivieren.

Weihnachten und das neue Jahr stehen vor der Türe und wir Singles können nur fest hoffen, dass wir tatsächlich unsere Liebe unterm Christbaum finden. Dass wir dann recht viel Oxytocin ausschütten und unser gesamtes cerebrales Belohnungssystem aktiviert wird, damit wir richtig glücklich und zufrieden werden – wenn nicht für immer so doch für das ganze nächste Jahr!

In diesem Sinne wünschen wir all unseren Lesern, Kunden und Freunden ein liebevolles Weihnachtsfest!

Artikel: Dr.pharm. Gaia Vitali