Kränkung

„Er/sie will mich nicht“ – warum zurückgewiesene Liebe so weh tut

28. Dezember 2017

Die Zurückweisung einer tief empfundenen Liebe zu einem Menschen schmerzt. Das kann unter anderem klinische Depressionen auslösen und im Extremfall sogar zu Mord oder Selbstmord führen. Welche neuronalen Systeme spielen bei der Empfindung von Kränkungsschmerz eine Rolle? In diesem Studienbrief gehen wir der Frage nach, wo dieser ‚Liebeskummer’ (romantic stress) entsteht und warum er so weh tut? 

Wir sagen „es tut so weh“ und können damit einen körperlichen Schmerz wie ein aufgeschundenes Knie oder ebenso eine persönliche Zurückweisung durch einen geliebten Menschen meinen. 

Das deutet darauf hin, dass beide Arten von Schmerz auf dieselbe Weise empfunden werden und lässt schon vermuten, dass er in derselben cerebralen Region entstehen könnte. Denn das Gehirn unterscheidet offenbar nicht, um welche Art von Schmerz es sich handelt. Ob körperlich oder ein durch soziale Zurückweisung ausgelöster Schmerz – immer werden dieselben Areale im Gehirn stimuliert und sind dieselben Botenstoffe beteiligt. 

Der vordere Bereich des cingulären Cortex (ACC) und der anterioren Insula sind unter anderem in solche emotionalen Prozesse involviert. Hier empfinden Menschen Gefühle wie Liebe, Hass, Selbstsicherheit oder Scham und vor allem auch den Schmerz gekränkter, nicht erwiderte Liebe.(1)

Aber auch neurochemische Prozesse bzw. Neurotransmitter spielen eine Rolle beim Empfinden von Zurückweisungsschmerz. Eine aussagekräftige Studie an Frauen, die durch Tod oder Abbruch einer romantischen Beziehung den geliebten Partner verloren hatten, zeigte eine deutlich veränderte Reaktion bestimmter Neurotransmitter-Rezeptoren (µ-Opioid Neurotransmission) wodurch die Probandinnen niedergeschlagen waren und in Trauer resignierten.(2)

Es ist bekannt, dass zurückgewiesene Liebe oft Auslöser einer klinischen Depressionen ist. Scheidung, Trennung oder der Verlust eines geliebten Menschen sind Lebensereignisse, die oft nicht schadlos überwunden werden. Vielmehr gräbt sich der Schmerz in die Seele. Das Umfeld ist überfordert mit einem solchermaßen leidenden Menschen. Während Betroffene anderen gegenüber positiv und freundlich erscheinen und ihren Schmerz überspielen wollen, fühlen sie sich innerlich immer mehr ausgehöhlt und brechen schließlich zusammen.(3)

Die Gefahr, dass zurückgewiesene Liebe nicht nur den Betroffenen selbst unglücklich macht, sondern sich auch gegen den anderen richtet, zeigt eine traurige Statistik: im EU-Schnitt werden 52% aller ermordeten Frauen durch die Hand ihres früheren oder aktuellen Partners oder eines zurückgewiesenen Liebhabers ermordet. In Italien wurde dafür der Begriff „femicidio“ geschaffen, um Morde an Frauen mit diesem Motiv zusammenzufassen und dieses Problem deutlicher in den öffentlichen Focus zu rücken. 

Der Psychotherapeut und Neurologe Reinhard Haller bringt es auf den Punkt:  „Wenn jemand unter eine Lawine geraten oder in ein Tunnelunglück verwickelt war, dann hat er monate- und jahrelang Nachhallerinnerungen. Er ist freudlos, depressiv, schreckhaft und reizbar. Und diese Symptomatik unterscheidet sich in nichts von dem, was hervorgerufen wird durch Verbitterung, also durch Kränkungen. Das heißt, viel dramatischere Belastungen führen zum selben Ergebnis wie diese scheinbar so unwichtige, lächerliche Kränkung über die wir nicht reden.“(4)

Die schmerzhafteste Art von Zurückweisung ist aber jene, wo man zugunsten eines anderen Menschen zurückgewiesen wird. Eine solche Entscheidung basiert auf einem Vergleich, bei dem es einen Besseren und einen Schlechteren gibt. Und das ist doppelt schmerzhaft und wurde auch wissenschaftlich ausführlich analysiert. (5)

Diese kurze Zusammenfassung der Studienlage zeigt, dass persönliche Zurückweisung bzw. Kränkung durch einen geliebten oder verehrten Menschen keinesfalls unterschätzt werden darf. Bei einer sichtbaren Verletzung fällt es dem Umfeld leicht zu trösten. Zurückgewiesene Liebe führt aber offenbar zu demselben Schmerz und wird doch immer unterschätzt. Schließlich schlägt dieser Schmerz sich Bahn und richtet sich entweder gegen den Leidenden selbst oder sogar gegen andere. 

Das Präparat AMOREX kann in solchen Fällen unterstützend wirken. Es regt durch die entsprechenden Vorstufen und Nährstoffe den Körper zur Bildung bestimmter Neurotransmitter an, wie des auch als Wohlfühlhormon bezeichneten Serotonins. Es unterstützt darin, mehr Abstand und wieder Zuversicht zu gewinnen.


Quellen: 

1. Baldwin M. Way, Shelley E. Taylor, and Naomi I. Eisenberger (2009). Variation in the µ-opioid receptor gene (OPRM1) is associated with dispositional and neural sensitivity to social rejection. PNAS, July 2009, doi: www.pnas.org cgi doi 10.1073 pnas.0812612106
2. Jon-Kar Zubieta, MD, et al. (2003): Regulation of Human Affective Responses by Anterior Cingulate and Limbic μ-Opioid Neurotransmission. Archives of General Psychiatry, Vol 60, Nov. 2003, pp 1145.
3. Evelyn Bromet, et al: Cross-national epidemiology of DSM-IV major depressive episode. BMC Medicine, 9/2011
4. Prof.Dr.Reinhard Haller: Die Macht der Kränkung. Tele-Akademie des Saarländischen, 2.7.2017.
5. Sebastian Deri, Emily Zitek (2017):  Did You Reject Me for Someone Else? Rejections That Are Comparative Feel Worse. SAGE vol. 43 /12, pp1675-1685. doi: https://doi.org/10.1177/0146167217726988