Obsessive love, amorex, possessive love.

Stalking – die Bedrohung aus dem Schatten

6. Februar 2017

Welche neuronalen Effekte stecken eigentlich hinter Stalkingverhalten von abgestreiften LiebhaberInnen oder VerehrerInnen? Diesmal wollen wir euch ein paar facts von einem sehr interessanten forensischen Artikel bringen1.

Wenn eine Person von jemanden verfolgt wird obwohl sie es nicht will und dies bei ihr Angst, Einschüchterung und sogar Verhaltensänderung auslöst, kann man von Stalking sprechen. 

Es werden fremde, meist prominente Personen gestalkt. Aber vor allem stalken abgeblitzte VerehrerInnen oder LiebhaberInnen. Bestand zwischen Opfer und StalkerIn eine intime Affäre so steigt auch das Risiko zu Gewalttaten entscheidend. Laut Statistik werden zwischen 55%-90% der stalkenden ExloverInnen zu Gewalttätern. Die schlimmsten Auswüchse liest man dann in der Zeitung. In Österreich (entspricht EU-Durchschnitt) werden 52% aller Morde zwischen Expartnern begangen (sog. ‚Mord aus Leidenschaft‘)2. Offenbar steigert Intimität im Stalker die Überzeugung, dass das Opfer ihm ‚gehöre‘.

Viele kennen das Gefühl wenn eine Liebe zerbricht: Traurigkeit, Enttäuschung, Ärger wechseln sich ab. 
Nicht so beim Stalking-Charakter, denn sein Ego wurde tief gekränkt und verletzt. Er empfindet sich als zurückgesetzt, eine Demütigung die die schwache Persönlichkeit eines Stalkers/in nicht auf sich sitzen lassen kann. Er reagiert mit Zorn. Innerlich kocht es aber er/sie gibt sich wohlmeinend, unschuldig, liebevoll. Beispiel: wünscht der Stalker seinem Opfer dass es in der gewünschten Freiheit leben kann so wird er das auch kontrollieren. So sehr er/sie das Opfer verehrt und idealisiert, sosehr wertet er/sie es ab und beschimpft es.
Ausreden, die die Sache umkehren, sind an der Tagesordnung: „Ich will ja nur das Beste“ „Sie stalked mich“ „Ich wollte sie nur beschützen“. Leider werden wesentlich häufiger Männer zu Stalkern als Frauen. 

Welche neuronalen Systeme sind beim Stalkingverhalten involviert?

Erstens dürfte der Sexualtrieb und damit das Hormon Testosteron (bei Mann und Frau) grundsätzlich auslösend sein. Weiters empfindet der/die StalkerIn wohl ein bestätigendes Gefühl bei seiner/ihrer Handlung. Daher ist er/sie motiviert, dran zu bleiben und weiterzumachen. Das weißt zum reward-System (Bestätigungs- bzw. Belohnungssystem) und da spielt der Neurotransmitter Dopamin die Hauptrolle. 
Aber der/die StalkerIn verfolgt sein Opfer auch gedanklich pausenlos. Das wiederum weist in den Bereich des Hormons Serotonin. Vergleichbar bei Patienten mit Zwangsneurosen, also dem zwanghaften Beschäftigen mit einem Gedanken, einer Person, einem Gegenstand besteht auch beim Stalker eine sehr geringe Serotoninbildung, wodurch diese fixen Gedanken ausgelöst, aufrecht erhalten und laufend intensiviert werden. 
Viertens dürften sogar Vasopressin und Oxytocin, die ‚Treue- bzw. Vertrauenshormone‘ beteiligt sein. 

Forscher vermuten, dass gerade beim Stalker der Feedbackloop zwischen den Hormonen Dopamin und Serotonin gestört sein dürfte. Diese beiden stehen in Wechselbeziehung zueinander. Eine geringere Serotoninbildung wechselseitig ausgelöst durch obsessives Denken an das Opfer führt zu verstärkter Ausschüttung von Dopamin. Dadurch wird Bestätigung bzw. sogar Euphorie empfunden. Das Opfer kann sich nicht abweisend genug verhalten – der Stalker wird jedes auch noch so negative Signal positiv interpretieren und sich bestärkt fühlen. Das macht die Lage seines Opfers so verzweifelt. Die gesteigerte Bildung von Dopamin kann wiederum die Bildung von Serotonin weiter unterdrücken. Damit fokussiert sich seine Aufmerksamkeit immer stärker auf das Opfer, wodurch aber wiederum das Serotonin weiter sinkt und den Anstieg des Dopamins und damit das Verfolger-Verhalten verstärkt wird. Manchmal gerät der Stalker direkt in eine Art Rauschgefühl und rückt damit in den Bereich der Borderline-Erkrankungen. 

Natürlich sind weitere Faktoren an diesem Verhalten beteiligt bzw. auslösend: die mit Schuldgefühlen, Angst, Impulskontrolle in Zusammenhang stehenden Gehirnregionen, das Nervensystem aber auch Faktoren wie Umfeld und Kultur haben wesentlichen Einfluss ob jemand zum Stalkingverhalten tendiert oder nicht. 

In dieser Studie wird auch darauf verwiesen, dass eine serotoninsteigernde Medikation Stalkingverhalten reduzieren kann1
Auch das ernährungsmedizinische Präparat AMOREX enthält eine unmittelbare Vorstufe für die Umsetzung zu Serotonin im Körper. AMOREX kann daher beim gesunden Menschen die Produktion von Serotonin positiv beeinflussen. Weiters sind Vitamine der B-Gruppe in AMOREX enthalten. Sie beruhigen die Nerven, gleichen psychologische und mentale Funktionen aus, schenken erholsamen Schlaf, Konzentration und Kraft. 

Nachdem in Februar wieder Valentinstag ist, wünschen wir allen LeserInnen dass sie nur den Menschen in ihrer Nähe haben, den sie lieben und mit dem sie sich wohl fühlen. Denn wenn beide erkennen, dass die Beziehung kein Zwang sondern freiwillig ist, dann wird die Liebe sicher ewig halten.

 

QUELLE:
1) Meloy JR, Fisher H: Some thoughts on the neurobiology of stalking. In: Journal of Forensic Science, 2005 Nov;50(6):1472-80
2) Polizeiarbeit bei Mord, Broschüre des Innenministeriums Österreich, 2009.