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Int. Frauentag: Gleichberechtigung beim Seitensprung – Frauen häufiger untreu als Männer?

6. März 2017

Die Beziehung von guten Freunden zerbricht. Untreue? Sicher ist er schuld! Oder doch nicht?! Immer mehr Studien zeigen, dass Frauen mittlerweile mit den Männern gleichziehen, oder sie sogar schon überholen! Eine englische Studie[1] aus 2012 belegt: gebundene Frauen haben 2,3 geheime Lover, gebundene Männer nur 1,8 Loverinnen!

Unzufriedenheit in der Beziehung, Revanche nachdem er sie betrogen hat oder einfach Frustration können u.a. Auslöser für ihre Untreue sein. “Aber auch wenn sie sich mit ihrem Partner sexuell und emotional wohl fühlt ist das kein Garant für ihre Treue“, sagt der amerikanische Psychiater Richard Friedmann. „Psychologen stoßen da oft an ihre Grenzen. Während sie versuchten, Untreue durch zB eine instabile Eltern-Kind Bindung zu erklären, merken sie dass das nicht ausreicht. Gene, Hormone und neuronale Zusammenhänge, so zeigt die neuere Forschung, sind offenbar wesentlich bestimmender.“ [2]

Was aber steckt also hinter der weiblichen Untreue?

Die Belastungsprobe jeder Partnerschaft hat einen komplizierten wissenschaftlichen Namen: Hypoactive sexual desire disorder (HSDD). Das heißt: meist nach einigen Jahren Partnerschaft wollen Frauen mit ihrem Partner einfach nicht mehr schlafen. Diese sexuelle Dysfunktion betrifft ca. 21-36% der europäischen Frauen [3] [4]. Er ist traurig und betroffen. Sie fühlt sich frustriert, weil sie keine Lust auf Sex mit ihm mehr aufbringt.

Und dann passiert das! Plötzlich ist das unwiderstehliche sexuelle Verlangen da – aber zu einem anderen Mann! Dieses Gefühl irritiert sie gewaltig. Was ist passiert?

Neurochemische Stoffe können dabei eine wichtige Rolle spielen. Diese signalisieren ihr, welcher potentielle Sexualpartner ein eher höheres Testosteronniveau hat. Und gerade in ihrer empfängnisfähigen Zeit während des Eisprungs, findet sie einen Muskelprotz plötzlich unwiderstehlich. So unwiderstehlich dass auch gebundene Frauen für einen Seitensprung bereit sind.[5] 

Andere Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen den fruchtbaren Tagen der Frau und dem Hormonen Vasopressin und Oxytocin im Blut. Diese lösen, vereinfacht gesagt, ein Gefühl von Treue und gegenseitigem Vertrauen in der Partnerschaft aus. Interessanterweise sinken diese beiden Hormone bei der Frau während ihrer fruchtbaren Phase[6]. Auch das könnte darauf hinweisen, dass sie gerade in dieser Zeit gar nicht treu sein kann weil die neurochemische Disposition dazu fehlt.

Wenn Mann jetzt meint, dass ein Oxytocin-Spray sie treu machen könnte, dann müssen wir ihn leider enttäuschen. Denn einige Studien enthüllen, dass solche Sprays bei Frauen keine Wirkung haben. Im Gegenteil: ihre soziale Wahrnehmung wird sogar „vernebelt“. Unter Einfluss dieses Sprays waren Frauen nicht mehr in der Lage soziale Situationen (Streit, Ärger, etc.) zu erkennen. Sie waren richtig abgestumpft. „Denn das zugeführte Oxytocin reduzierte die Aktivität der primären Sehrinde, also jenes Bereichs im Gehirn wo das Gesehene verarbeitet wird und der mit sozialer Aufmerksamkeit in Verbindung steht. Oxytocin verhinderte auch das Erkennen von freundlich oder feindlich gestimmten Situationen. Das steht in deutlichem Zusammenhang mit reduzierter neuronaler Aktivität.“ [7]

Außerdem kann ein Oxytocinspray bei ihr aber auch keine gesteigerte Lust auf ihren Partner auslösen, wie Forscher der MedUni Wien in einer neuen Studie herausgefunden haben.[8]

Und noch eine Überraschung bietet die Endokrinologie des weiblichen Zyklus: während der Phase bis zum Eisprung sind Frauen hoch empfindlich auf Gerüche. Das könnte sie aber auch empfindlicher für das Erriechen jener Pheromone machen, die die Genetik eines potentiellen Liebhabers verraten. Dieses Thema haben wir bereits in einem anderen Blog ausführlich behandelt. 
In der Zeit bis zum Eisprung haben Frauen weiters eine höhere Schmerzschwelle, die danach deutlich sinkt. Das könnte sie risikofreudiger und draufgängerischer machen, wohl auch im Hinblick auf einen Seitensprung? Die Wissenschaftler dieser brandaktuellen Studie machen die Hormone Östrogen und Progesteron für diese sensorische Neuromodulation während des Zyklus verantwortlich.[9] 

Die vielen Aspekte der Weiblichkeit sollen Frauen sich gerade am 8.März, dem Weltfrauentag bewusst machen. Zum Glück, so zeigen Forschungen, sind aber Männer eher als Frauen bereit, ihr einen Seitensprung zu verzeihen.

Und wenn’s für unsere Männer schwer ist, so gibt es AMOREX. Die ernährungsmedizinischen Substanzen von Amorex unterstützen Nervenkraft und psychische Funktionen während Beziehungskrisen oder bei Trennungen.

 


Quellen:

[1]  http://www.dailymail.co.uk/news/article-2145925/Women-beat-men-adultery-stakes-Ladies-2-3-secret-lovers-affair-compared-1-8-blokes.html

[2] Friedmann, RA: Infidelity lurks in your Genes. May 22, 2015, Sunday Review, NewYork Times.

[3] Bayerle-Eder Michaela, et.al: Men’s sexual response to female partner’s intranasal oxytocin administration for hypoactive sexual desire disorder: an open prospective cohort study. In: Fertility and Sterility, Volume 107, Issue 3, Pages 781–787.
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.fertnstert.2016.12.003 |

[4] Graziottin, A. Prevalence and evaluation of sexual health problems—HSDD in Europe. J Sex Med. 2007; 4: 211–219

[5] Steinbach, X. et al.: Human pheromones: Do ‚copulins’ have an effect on men’s testosterone levels and social behavior?, Paper for ISHE Conference, Vienna, 2013.

[6] Liedman R1, Hansson SR, Howe D, Igidbashian S, McLeod A, Russell RJ, Akerlund M.: Reproductive hormones in plasma over the menstrual cycle in primary dysmenorrhea compared with healthy subjects. In: Gynecological Endocrinology, 2008 Sep;24(9):508-13. doi: 10.1080/09513590802306218. doi: 10.1080/09513590802306218.

[7] Hecht EE, Robins DL, Gautam P, King TZ.: Intranasal oxytocin reduces social perception in women: Neural activation and individual variation.In: Neuroimage. 2017 Feb 15;147:314-329

[8] Bayerle-Eder Michaela, et.al: Men’s sexual response to female partner’s intranasal oxytocin administration for hypoactive sexual desire disorder: an open prospective cohort study. In: Fertility and Sterility, Volume 107, Issue 3, Pages 781–787. 
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.fertnstert.2016.12.003 |

[9] Alves B, Ibuki F, Gonçalves AS, Teixeira MJ, De Siqueira SR: Influence of Sexual Hormones on Neural Orofacial Perception. In:Pain Medicine, 2016 Dec 29.